Sonne, Wind und Gas ... – das war’s!

Ein Gespräch mit Jürgen Fuhlrott, dem Chefstrategen der Open Grid Europe, über Perspektiven und Ausblicke


Herzlich willkommen auf dem Dach der Open Grid Europe. Hier oben können wir den Ausblick genießen und dabei über die Zukunft sprechen. Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff „Zukunft“ hören?
Zukunft ist für mich Bewegung und Veränderung. Die Zukunft kann ich, können Menschen beeinflussen. Manchmal positiv, manchmal leider auch negativ. Zukunft ist ein relativer Begriff, denn wie heißt es so schön: „Heute ist morgen schon gestern.“ Haben wir die Vergangenheit im Blick und lernen aus ihr, können wir für die Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen. Eines ist die Zukunft auf jeden Fall: ungeheuer spannend.

Wenn Sie an die Zukunft denken, geht es dann eher um fünf Jahre oder um zehn, 25 Jahre oder sogar 50 Jahre?
Das hängt ein Stück weit vom Thema ab. Wir betrachten z. B. die Marktentwicklung und den Regulierungsrahmen und überlegen, wie Dinge sich verändern bzw. wie wir sie weiterentwickeln. Da geht es eher um zwei bis fünf Jahre. Wir beschäftigen uns aber auch mit unserem Produkt, also damit, was wir transportieren. Wie lange wird Erdgas noch eine Rolle spielen im Energiemix und wird es eine bedeutende Rolle spielen? In dem Zusammenhang geht es eher um zehn, 20 Jahre oder sogar mehr.

Finden Sie, dass Deutschland ein zukunftsorientiertes Land ist?
Ganz ehrlich: nein.

Warum nicht?
Ich mache meine Antwort an zwei Dingen fest. Betrachte ich die politische Seite, sehe ich: Die meisten Politiker denken bis zur nächsten Wahl. Betrachte ich die Wirtschaftsseite, erkenne ich, dass viele Wirtschaftsführer nur bis zum nächsten Quartalsbericht denken. Das sind aus meiner Sicht Zeiträume, die eine Zukunftsorientierung nicht zulassen. Zukunft ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf. Es müssen Entscheidungen gefällt werden, die länger Bestand haben als vier Jahre. Daher mein Nein.

Gibt es ein Thema, das Sie mit Blick auf Deutschland und die Zukunft positiv einordnen?
Es fällt mir schwer, bei den entscheidenden Themen eines zu sehen, bei dem wir als Land einen konsequenten Weg gehen. Ein Beispiel, das mich privat gerade intensiv bewegt: Flüchtlinge, Flüchtlingspolitik. Auf der einen Seite schaffen wir Platz für Menschen aus Kriegsgebieten, die in Not sind. Auf der anderen Seite schicken wir Menschen, die vor einigen Jahren vom Balkan zu uns gekommen sind, deren Länder jetzt als sichere Herkunftsländer gelten, wieder nach Hause. Das sieht für mich so aus, als wenn die einen nach Hause geschickt würden, um Platz für die anderen zu schaffen, was sicherlich so nicht ganz stimmt. Was ich vermisse, ist das große Ganze, z. B. der Blick auf die demografische Entwicklung. Die Zahlen der Entwicklung der Weltbevölkerung steigen. Die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland sinken, um geschätzt 5 Mio. in den nächsten 20 Jahren. Im Rahmen der aktuellen Situation präsentiert sich die Möglichkeit, junge, motivierte Leute zu integrieren, was zumindest Stand heute noch nicht passiert. Das ist für mich ein Kernthema, bei dem mir die Zukunftsorientierung fehlt.

Welches sind weitere entscheidende gesellschaftliche Themen, die in Deutschland beackert werden sollten?
Relevante Themen sind die Energiewende, der Atomausstieg, die CO2-Reduzierung. Zu kurz kommt meiner Meinung nach auch die Fragestellung: „Wie sorge ich für weltweiten Frieden?“

Von Deutschland zum Unternehmen Open Grid Europe. Ist Open Grid Europe ein zukunftsorientiertes Unternehmen?
Ja. Wir haben die Dinge, die uns angehen, im Blick: Energiewende, Regulierung, Marktentwicklung. Oder auch Fragen wie „Wie entwickelt sich Deutschland, wie entwickelt sich Europa, wie entwickelt sich das Gas-Thema?“. Wir haben eine Strategie aufgesetzt, die mit den vier Säulen „innovativ, sichernd, wachsend und optimierend“ genau das berücksichtigt. Das Unternehmen Open Grid Europe ist zukunftsorientiert; wir haben die relevanten Themen erkannt. Logischerweise gibt es aber auch Widerstände, die zu überwinden sind, um wirklich konsequent zukunftsorientiert vorwärtszukommen.

Definieren Sie doch bitte einmal für uns, was Sie unter zukunftsorientiert verstehen?
Zukunftsorientiert zu sein heißt z. B., zu erkennen, in welche Richtung Entwicklungen gehen. Zum Beispiel anhand von Themen wie Regulierung und Marktentwicklung, aus deren Entwicklung man Rückschlüsse ziehen kann, wo es hingeht. Zum Beispiel auch anhand der Betrachtung unserer Aktivitäten, also was wir tun, was wir produzieren. „Wird das längerfristig eine Bedeutung haben und wenn ja, was bedeutet das für uns?“, „Was können wir dafür tun, dass es längerfristig auch seine Bedeutung behält?“. Im Prinzip sind wir ein „Ein-Produkt-Unternehmen“. Unser Produkt heißt: Erdgastransport in Rohrleitungen. Dieses Thema muss uns bewegen. Bleibt das Produkt erhalten? Ersetze ich ggf. Erdgas durch andere gasförmige Stoffe, sodass ich meine Infrastruktur weiter benutzen kann? Muss ich andere Geschäftsfelder entwickeln, die sich neben diesem eigentlichen Kernprodukt bewegen? Das ist zukunftsorientiertes Denken und Handeln.

Ihre Definition von „zukunftsorientiert“ hat etwas mit aktivem Handeln zu tun. Ist das ein Widerspruch in sich für ein Unternehmen bzw. einen Akteur in einem regulierten Umfeld, der wesentlich von den Entscheidungen anderer abhängt?
Diese Frage haben wir uns auch gestellt, als wir unsere Unternehmensstrategie erarbeitet haben. Braucht ein reguliertes Unternehmen eine Strategie? Die Antwort darauf ist genauso kurz wie einfach: Ja, natürlich! Die Regulierung bestimmt maßgeblich unser Geschäft. Sie gibt vieles vor: „Wie ist der Netzzugang zu organisieren?“, „Wie sind die Einnahmen reguliert?“, „Was dürfen wir verdienen?“ Die Regulierung gibt aber keine Antworten auf Fragen wie: „Wie setzen wir Kooperationen um?“, „Wie können wir unseren Markt weiterentwickeln?“ Fragen dieser Art müssen wir selbst beantworten. Die Regulierung gibt uns auch keine Antwort auf „Wird das Produkt, das wir transportieren, tatsächlich weiter genutzt und wie können wir da agieren?“. Hier ist unsere Aktivität gefragt. Abzuwarten und darauf zu hoffen, dass die anderen in der Wertschöpfungskette was tun, ist der falsche Weg.

Es gibt bei der Zukunftsorientierung unterschiedliche Zeithorizonte. Fangen wir mal mit fünf Jahren an. Was sind Trends oder Chancen in den nächsten fünf Jahren? Was sind Fragestellungen, an denen wir als Open Grid Europe nicht vorbeikommen?
Regulierung ist ein Kernthema, an dem wir nicht vorbeikommen; Energiewende ein weiteres. Und dann die große Frage nach unserem Produkt. Beim Produkt Erdgas geht es dann aber bereits um Zeiträume von zehn bis 20 Jahren. Allerdings müssen die Weichen für diese Fragestellungen bereits in den nächsten drei bis fünf Jahren gestellt werden. Für uns heißt das konkret: In dieser Zeit müssen wir vertreten, dass Erdgas die Ergänzung für die Erneuerbaren ist, wir müssen das entsprechend promoten und an den richtigen Stellen kommunizieren und verankern. Bei diesem Thema ist jetzt die Zeit zum Handeln.

Also Erdgas als Partner der Erneuerbaren! Ist das eine Rolle, die wirklich ihre Berechtigung hat, oder ist das Wunschdenken von Vertretern der Erdgaswirtschaft?
Ich glaube, teils, teils! Vertreter anderer Energieträger werden ggf. sagen, das ist Wunschdenken. Aber wir müssen uns auch vor Augen führen, dass Sonne und Wind es allein nicht bringen. Eine Ergänzung wird benötigt. Atomenergie ist – zumindest in Deutschland – ausgeschlossen. Kohle und Öl sind echte CO2-Schleudern. Geht es also um eine möglichst saubere Ergänzung, bietet sich Gas an. Mein persönlicher Slogan dazu ist: „Sonne, Wind und Gas ... – das war’s!“

Ist die Rolle, die Erdgas in der Energiewende einnehmen kann, ein Intermezzo?
Eine gute Frage. Die Herausforderung der Energiewende ist, Strom speicherbar zu machen. Rein mengenmäßig haben wir genug Wind und Sonne zur Deckung unseres Energiebedarfs, aber nicht immer so, wie wir es brauchen. Gelingt es uns, überschüssige Energie aus Sonne und Wind zu speichern, dann werden wir auch in kalten Wintern noch Licht anmachen können. Ja, vielleicht geht es um die „Übergangstechnologie Erdgas“. Können wir allerdings die Stromspeicherbarkeit über Gas, über Wasserstoff oder künstliches Erdgas durch Methanisierung sicherstellen, dann reden wir von einer dauerhaften Ergänzung, die es uns erlaubt, unsere Infrastruktur auch langfristig weiter zu benutzen.

Spielen Sie Szenarien durch, was Open Grid Europe tun muss für den Fall, falls es nicht gelingt, die „Methanisierung“ als dauerhaften Bestandteil unseres Geschäftsmodells zu etablieren?
Wir müssen uns möglichst breit aufstellen, wir müssen einen Zukunftsplan haben. Basis dafür sind die richtigen Antworten auf die Fragen: „Werden wir die Erdgasförderung sicherstellen können in der Größenordnung, wie wir sie heute haben?“, „Werden wir feststellen, dass es Erdgas dauerhaft in der Größenordnung nicht gibt?“, „Gibt es Alternativprodukte, die wir mit unserer Leitung transportieren können?“, „Welche sonstigen Geschäftsfelder können wir erschließen?“ Think Tanks sind feste Einrichtungen bei uns im Unternehmen und beschäftigen sich mit Zukunftsthemen und -fragen, wie zum Beispiel auch: „Ist LNG als verflüssigtes Erdgas eine Ersatzgeschichte, mit der wir uns beschäftigen können, wenn es dann nicht mehr in Leitungen transportiert wird?“ Aus meiner Sicht wäre es grob fahrlässig, keinen Plan B zu haben.

Unser originäres Produkt ist der Transport von Erdgas. Vorhin ließen Sie durchblicken, dass es ggf. nicht immer Erdgas sein muss? Sind wir als Open Grid Europe gar nicht von einem Produkt allein abhängig?
Momentan ist es so, dass wir in unseren Rohrleitungen Erdgas transportieren. Wir hatten aber auch über die Umwandlung von überflüssigem Strom in Wasserstoff (Methanisierung) gesprochen. Auch andere gasförmige Stoffe kann man in Rohrleitungen transportieren; die Infrastruktur ist dieselbe. Das ist eine Chance für uns.

Eine wichtige Frage für uns, die für die Zukunft entscheidend ist: „Gibt es ausreichend Erdgas?“, lässt sich ganz klar mit JA beantworten. Gibt es dann überhaupt Druck für ein Unternehmen wie Open Grid Europe in Bezug auf die Weiterentwicklung? Ausreichend Erdgas ist ja da. Warum sollten wir uns überhaupt weiterentwickeln?
Es bedeutet schon eine Weiterentwicklung, wenn Erdgas als Partner der Energiewende anerkannt wird. Eine Weiterentwicklung ist auch, das zu positionieren und voranzubringen. Ob es dann tatsächlich so kommt, können wir heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Aus diesem Grund müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir uns weiterentwickeln können, wenn es beim Erdgas weniger wird, wie wir andere Stoffe in die Leitung aufnehmen oder wie wir andere Geschäftsfelder entwickeln.

Ich stimme zu, dass ein Wandel im Bewusstsein bereits eine Weiterentwicklung ist. Entscheidend am Ende ist aber das Handeln. Werden wir rechtzeitig etwas Konkretes vorweisen können?
Noch haben wir Zeit, da die Grundsatzentscheidung über das Thema Energiewende und insbesondere über ihre Umsetzung noch nicht gefallen ist. Aber die Zeit wird knapp.

In unserem Geschäft reden wir über Abschreibungszeiten von über 50 Jahren. Die Politik erwartet einerseits, dass wir weiter investieren, und fordert andererseits einhellig inzwischen den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter. Wie passt das zusammen?
Gegenfrage: Heißt 100 % Erneuerbare Energien kein Gas mehr? Ich habe bewusst Gas gesagt und nicht Erdgas. Wenn ich Wind und Sonne in Gas umwandle, das die Ergänzung ist, und das als „erneuerbar“ definiere (weil ich ja aus erneuerbaren Quellen erzeuge), dann habe ich eine Geschichte, die rund ist und die auch berechtigt, die Infrastruktur weiter zu benutzen.

Was sind aktuelle Projekte, in die Open Grid Europe investiert?
Wir beschäftigen uns mit Fragen rund um die Stromspeicherung, um Power-to-Gas, Erdgasmobilität. Wie kann man mehr Erdgas auch in die Mobilität bringen und dort entsprechend Erdöl verdrängen? Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie wir andere gasförmige Stoffe in unsere Leitungen bringen. Wir erkennen unsere Handlungsfelder, müssen aber meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr tun und wichtige Themen stärker vorantreiben.

Konkret geht es aber auch um die Weiterentwicklung von technischen Lösungen, die wir einsetzen wollen. Demand Side Management, Power-to-Gas. Welches ist das Pferd, auf das die Open Grid Europe setzt?
Weitere Begriffe sind LNG oder Small Scale LNG. Es gilt, sich mit all diesen Themen zu beschäftigen, weil sie alle bei Gas weiterhelfen. Unsere Aufgaben sind, das Potenzial zu erforschen und Business Cases zu erarbeiten, um sicher zu sein, dass wir auch auf die richtigen Technologien setzen. Ich persönlich bin sehr vom Thema LNG überzeugt.

Dürfen wir im regulierten Geschäft nur Projekte machen, von denen vorher klar ist, dass sie sich rechnen?
Lassen Sie mich die Frage anders formulieren: Ich tausche „dürfen“ gegen „wollen“. Aus regulatorischer Sicht dürfen wir sicherlich auch andere Geschäfte machen. Wenn es in Richtung Erdgashandel geht, müssen wir im Hinblick auf Unbundling-Vorschriften aufpassen. Aber über den eigentlichen Leitungstransport von Erdgas hinaus dürfen wir sicherlich andere Projekte machen. Jetzt komme ich auf das „Wollen“ zurück: Es erfordert nämlich auch Mut, Projekte anzupacken mit dem Risiko, dass mal ein Schuss daneben geht. Man muss ja nicht unbedingt mit Risiken anfangen, die im schlimmsten Fall gleich mehrere Millionen Euro kosten; man kann ja mit kleinen Dingen anfangen und da vielleicht mal den einen oder anderen Euro riskieren, auch auf die Gefahr hin, dass es schiefläuft.

Wie hoch ist das Investitionsbudget – also für F+E – bei Open Grid Europe?
Allen ist klar, dass wir Innovationen brauchen, um uns weiterzuentwickeln. Das kostet Geld. Derzeit diskutieren wir, wie viel wir bereit sind, für Innovationen auszugeben.

Vorhin erwähnten Sie die Bedeutung der politischen Kommunikation. Heißt das, Open Grid Europe sollte noch engagierter im politischen Bereich unterwegs sein?
Wir als Open Grid Europe sollten zu allen energierelevanten Themen eine Meinung entwickeln und auch vertreten. Diesbezüglich sind wir auf einem guten Weg: Im politischen Raum sind wir schon recht bekannt. Nach der Einführung der Open Grid Europe war eine erste Hürde, den Namen bekannt zu machen; die zweite Hürde war, ihn im politischen Raum zu positionieren. Daran arbeiten wir kontinuierlich und intensiv. In den letzten Jahren waren wir viel in Deutschland unterwegs; jetzt müssen wir den Fokus ergänzend auch mehr auf Europa lenken, auf die europäische Dimension. Wichtig ist, zu erkennen, dass wir das nicht allein tun müssen und es dauerhaft auch nicht allein tun dürfen, sonst wird unsere Stimme vielleicht zum einsamen Rufer in der Wüste. Wir reden über das Produkt und wir reden über die gesamte Wertschöpfungskette und die fängt bei der Produktion an, geht über Transport und Speicherung bis hin zu den Händlern. Sie alle haben ein gemeinsames Interesse daran, die Stimme für Erdgas zu erheben.

Haben wir als reines Fernleitungsnetzunternehmen die Möglichkeit, den Absatz von Erdgas zu beeinflussen?
Wir sind kein Händler, wir verkaufen kein Gas. Aber wir können sicherlich die Voraussetzungen dafür schaffen. Dadurch, dass wir Promotion für das Produkt unterstützen; dadurch, dass wir den Markt attraktiv machen – Stichwort: europäischer Energiemarkt. Der europäische Energiemarkt wird sich weiterentwickeln, bei Gas und bei Strom; bei Gas haben wir ein Auge drauf. Die nächsten Schritte gehen in die Richtung, grenzüberschreitende Handelsplätze zu schaffen, die den Markt attraktiver machen, die mehr Gas anziehen. Mehr Gas anziehen heißt, möglicherweise Preisvorteile zu entwickeln und damit wieder mehr Absatz zu generieren. Wir beobachten das sehr intensiv. Und wir arbeiten an entsprechenden Projekten, um das Marktgebiet, in dem wir tätig sind, Richtung Europa weiterzuentwickeln, auch wenn wir an der ein oder anderen Stelle Widerstand verspüren. Die Erkenntnis, dass es ein wichtiger, vernünftiger Schritt gerade auch für Deutschland ist, einen europäischen Kernmarkt zu entwickeln, in dem Deutschland – schon allein wegen seines Marktpotenzials – eine zentrale Rolle spielt, wird sich auch bei der Politik durchsetzen, davon bin ich überzeugt. Wichtig wird es sein, für einen ersten Schritt in Richtung Europa den richtigen Partner zu finden. Wobei sicherlich auch die Frage eine Rolle spielt, wie denn zukünftige LNG-Lieferungen besser in diesen Markt integriert werden können.

Kurzer Schlagabtausch

Glauben Sie an die Konvergenz von Strom und Gas?

Ja.

Welche Antriebsart hat Ihr Auto?

Diesel.

Welche Heizungsart haben Sie zu Hause?

Gas.

Wie alt ist die Heizung?

Knapp über zehn Jahre.

Sind Sie von der L-/H-Gas-Umstellung betroffen?

Ja.

Macht Ihnen das Sorge?

Nein.

Warum nicht?

Weil die Gasbranche das zusammen hinkriegen wird.

Ich danke für diesen Ein- und Ausblick!

Das Interview führte Alexander Land, Leiter Kommunikation und Energiepolitik bei Open Grid Europe, im Sommer 2015.